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Wie viel Schlaf ist normal? Zahlen zu Schlaf und Stimmung
Viele fragen sich nachts: Schlafe ich zu wenig? Hier findest du, was grosse Gesundheitserhebungen aus der Schweiz und den USA zeigen – und warum ein Durchschnitt nur eine grobe Orientierung ist.
Eigene Schlafdauer einordnenWas empfohlen wird
Amerikanische schlafmedizinische Fachgesellschaften empfehlen Erwachsenen mindestens 7 Stunden Schlaf pro Nacht. Für 18- bis 64-Jährige gelten 7 bis 9 Stunden als passend, ab 65 Jahren 7 bis 8 Stunden.
Das sind Richtwerte für die Bevölkerung. Manche Menschen fühlen sich mit etwas weniger ausgeschlafen, andere brauchen mehr. Ein guter Hinweis ist, wie wach und ausgeglichen du dich tagsüber fühlst.
Wie lange Erwachsene tatsächlich schlafen
In der grossen US-Gesundheitserhebung NHANES 2021–2023 gaben Erwachsene an, an Werktagen im Mittel knapp 7¾ Stunden zu schlafen, am Wochenende gut 8¼ Stunden. Wir haben die öffentlichen Rohdaten selbst ausgewertet:
Je nach Erhebung schlafen 20 bis 36 % der Erwachsenen weniger als 7 Stunden. Die Spanne entsteht, weil anders gefragt wird: NHANES fragt nach den Werktagen, die Telefonumfrage BRFSS nach dem Durchschnitt über 24 Stunden. Beides sind Selbstangaben – gemessen schlafen Menschen meist etwas kürzer, als sie schätzen.
Am häufigsten zu kurz schlafen Menschen zwischen 30 und 64 Jahren: Gut jede fünfte bis jede vierte Person in diesem Alter kommt an Werktagen auf weniger als 7 Stunden.
Und in der Schweiz?
Eine amtliche Zahl zur durchschnittlichen Schlafdauer gibt es in der Schweiz nicht. Das Bundesamt für Statistik fragt aber regelmässig nach Schlafproblemen. In der Gesundheitsbefragung 2022 gab rund ein Drittel der Menschen ab 15 Jahren an, häufig schlecht ein- oder durchzuschlafen: 26 % mit mittleren, 7 % mit stärkeren Schlafstörungen. Frauen sind häufiger betroffen (37 %) als Männer (29 %), und der Anteil ist seit 1997 um 5 Prozentpunkte gestiegen.
Du bist also mit schlechten Nächten nicht allein. Das ist eine Selbstauskunft über Beschwerden, keine ärztliche Diagnose.
Schlaf und Stimmung hängen zusammen
In allen drei Erhebungen zeigt sich das gleiche Bild. In der Schweiz haben Menschen mit stärkeren Schlafstörungen fast neunmal so oft deutliche depressive Beschwerden wie Menschen ohne Schlafprobleme (35 % gegenüber 4 %). In den USA fühlen sich Menschen mit 7 bis 9 Stunden Schlaf am seltensten stark belastet. Wer sehr kurz oder auch sehr lang schläft, berichtet häufiger von gedrückter Stimmung.
Wichtig: Das ist ein Zusammenhang, keine Ursache. Schlechter Schlaf kann die Stimmung drücken, und eine gedrückte Stimmung kann den Schlaf stören. Wer über längere Zeit schlecht ein- oder durchschläft, hat laut grossen Studienübersichten ein gut doppelt so hohes Risiko, später depressive Beschwerden zu entwickeln. Darum lohnt es sich, Schlafprobleme ernst zu nehmen.
Was du heute Abend tun kannst
Kleine Gewohnheiten helfen vielen: eine feste Aufstehzeit, eine ruhige halbe Stunde vor dem Schlafen, Kaffee eher früh am Tag. Hoppel begleitet dich dabei mit einer Atemübung, ruhigen Klängen und dem Programm «7 Nächte besser schlafen».
In Hoppel kannst du unter «Für dich» deine eigene Schlafdauer einordnen. Die Rechnung passiert nur auf deinem Gerät, und Hoppel speichert deine Angabe nicht.
Schläfst du seit einigen Wochen an mehreren Abenden pro Woche schlecht und belastet dich das tagsüber, sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt. Schlafprobleme lassen sich oft gut behandeln.
Häufige Fragen
Wie viele Stunden Schlaf brauche ich?
Für Erwachsene empfehlen Fachgesellschaften mindestens 7 Stunden, meist 7 bis 9. Wie viel du persönlich brauchst, merkst du daran, wie wach du dich tagsüber fühlst.
Sind 6 Stunden Schlaf zu wenig?
Für die meisten Erwachsenen ja, wenn es dauerhaft so ist. Einzelne kurze Nächte sind kein Problem. Fühlst du dich oft erschöpft, sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt.
Kann zu viel Schlaf schaden?
Wer regelmässig deutlich mehr als 9 Stunden schläft und trotzdem müde ist, sollte das ärztlich abklären lassen. Manchmal steckt etwas anderes dahinter, das sich abklären lässt.
Woher stammen die Zahlen?
Die Schweizer Zahlen stammen aus der Gesundheitsbefragung 2022 des Bundesamts für Statistik. Die Angaben zur Schlafdauer stammen aus zwei grossen, öffentlichen Erhebungen der US-Gesundheitsbehörde CDC; deren Rohdaten hat Hoppel selbst ausgewertet (die Auswertung stammt von Hoppel, nicht von der CDC). Alle Quellen stehen unten.
Quellen
- Watson N. F. et al. (2015): Recommended Amount of Sleep for a Healthy Adult. Joint Consensus Statement der American Academy of Sleep Medicine und der Sleep Research Society, Sleep 38(6).
- Hirshkowitz M. et al. (2015): National Sleep Foundation’s sleep time duration recommendations. Sleep Health 1(1).
- Centers for Disease Control and Prevention (CDC): National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) 2021–2023, Fragebögen Schlaf (SLQ_L) und Depression (DPQ_L). Eigene gewichtete Auswertung, Stand 14.10.2026.
- CDC: Behavioral Risk Factor Surveillance System (BRFSS) 2022. Eigene gewichtete Auswertung, Stand 14.10.2026.
- Bundesamt für Statistik (2024): Schlafstörungen in der Bevölkerung. Schweizerische Gesundheitsbefragung 2022, BFS-Nr. 1504-2200.
- Baglioni C. et al. (2011): Insomnia as a predictor of depression: a meta-analytic evaluation of longitudinal epidemiological studies. Journal of Affective Disorders 135.
- Li L. et al. (2016): Insomnia and the risk of depression: a meta-analysis of prospective cohort studies. BMC Psychiatry 16:375.
Stand: 14.10.2026. Die Zahlen stammen aus amtlichen Erhebungen und eigenen Auswertungen öffentlicher Rohdaten; alle Quellen stehen oben. Sie beschreiben Bevölkerungsgruppen und sind keine persönliche Einschätzung. Hoppel ist ein Wellbeing-Angebot, kein Medizinprodukt.
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